Sprachtherapie

Häufige Fragen zur Sprachtherapie, gestellt von der „Wilden Hilde“,
dem Maskottchen des Sprachheil-Kindergartens St. Hildegard

 

Ich bin die „Wilde Hilde“. Ich habe ein paar Fragen zur Sprachtherapie.

Hallo „Wilde Hilde“! Was möchtest Du gerne wissen?

Wie sprechen die Kinder, die zu euch in den Kindergarten kommen?

Es kommen Kinder zu uns, die anfangs wenige Wörter sprechen oder die Wörter noch undeutlich aussprechen. Auch werden einzelne Buchstaben (Laute) verwechselt. Andere Kinder können Probleme haben in den Bereichen Grammatik, Sprachverständnis, Hörverarbeitung, Kommunikation und Stimmgebung. Manchmal ist einer von diesen Bereichen noch nicht so weit entwickelt, manchmal sind es mehrere.

Wie findet ihr heraus, was sprachlich genau gemacht werden soll und wie ist der Ablauf in der Therapie?

Vor Therapiebeginn führen wir Gespräche mit den Eltern der Kinder durch, in denen wir Fragen zur bisherigen Sprachentwicklung stellen und Fragen zur Gesamtpersönlichkeit der Kinder. Dadurch erhalten wir schon wichtige Informationen, die für die Therapieplanung hilfreich sind. Weiter geht es dann mit dem Kennenlernen der Kinder.

Da ist es uns wichtig, eine gute Beziehung aufzubauen und die individuellen Interessen und Fähigkeiten der Kinder zu erfassen. Um den genauen Sprachentwicklungsstand der Kinder festzustellen, setzen wir spezielle sprachliche Testverfahren ein und leiten daraus unseren Befund (Gesamtergebnis der Tests und Beobachtungen) ab.

Anhand des Befundes werden die Therapieziele ermittelt und los geht es mit der Therapie! Die Ansätze unserer Therapien orientieren sich an den neuesten sprachwissenschaftlichen Forschungsergebnissen. Dazu besuchen wir regelmäßig Fortbildungen.

Was macht ihr dann in der Therapie?

Das hängt natürlich von dem jeweiligen Kind und dessen Sprachentwicklung ab. Meist führen wir eine Sprachanbahnung durch, also einzelne Buchstaben (Laute) werden geübt, die Satzbildung und der Wortschatz werden erweitert, das genaue Hinhören wird geschult und die Freude am Sprechen gestärkt. Das sind nur einige Beispiele. Wir führen die meisten Sprachübungen sehr spielerisch durch. Dadurch sind die Kinder motivierter und haben Spaß an den Übungen.

Das klingt gut. Wie oft bekommt ein Kind Sprachtherapie im Sprachheil-Kindergarten?

Jedes Kind hat Anspruch auf 90 Minuten Einzelsprachtherapie in der Woche. Wie diese Zeit aufgeteilt wird, entscheiden wir Therapeut_innen.

Das ist viel Zeit zum Üben der Sprache. Warum bekommen die Kinder Einzeltherapie? Zusammen üben macht doch auch Spaß?

Weil die Therapieinhalte sehr individuell auf die Kinder abgestimmt sind und in der Einzeltherapie am besten umgesetzt werden können. Die Kinder finden das auch toll, da sie die alleinige Aufmerksamkeit bekommen und es nur um sie geht.

Es werden aber zusätzlich noch Kleingruppen angeboten, in denen dann das Gelernte im Kontakt mit anderen Kindern erprobt werden kann. Auch machen manche Übungen mehr Spaß in einer Gruppe, da hast du Recht!

Wie ist die Zusammenarbeit zwischen euch und den anderen Therapeut_innen und pädagogischen Fachkräften, die mit dem Kind arbeiten? Tauscht ihr eure Ergebnisse und Erfahrungen über die Kinder im Team aus?

Genau, das tun wir in regelmäßig stattfindenden Teamsitzungen. Dort findet ein Austausch zwischen den Fachbereichen (Pädagogik, Sprachtherapie, Bewegungstherapie, Psychologie) statt. Somit wissen alle, an welchen Zielen in der Sprachtherapie gearbeitet wird und wie jeder Fachbereich diese Ziele unterstützen kann. Auch in die Sprachtherapie fließen die Informationen aus den anderen Fachbereichen mit ein, wenn dadurch die Sprachentwicklung verbessert werden kann. Durch die enge Zusammenarbeit der Fachbereiche wird die Wirkung der Sprachtherapie verbessert. Somit gelingt die Übernahme der gelernten Inhalte in den Gruppenalltag und letztlich in die Spontansprache der Kinder.

Das finde ich toll, dass ihr euch so gut austauscht. Wie erfahren die Eltern von den Zielen, Inhalten und Erfolgen in der Sprachtherapie? Wie läuft da der Austausch ab?

Die Eltern erhalten regelmäßige Angebote zu Informations- und Beratungsgesprächen. Wir bieten auch die Möglichkeit zur Therapiehospitation. So können die Eltern in der Therapie dabei sein und bekommen einen guten Einblick. Nach Absprache werden die Eltern auch zum häuslichen Üben angeleitet und können so ihr Kind unterstützen.

Wir sind auch telefonisch erreichbar und immer bereit für Fragen oder Anliegen der Eltern. Ein guter Austausch ist uns wichtig.

Wie lange bleiben die Kinder in der Regel in eurer Einrichtung?

Die meisten Kinder bleiben ein oder zwei Jahre bei uns, selten auch mal drei. Das hängt von den jeweiligen sprachlichen Fortschritten ab. Danach besuchen sie die Regelklasse oder die Sprachheilklasse einer Grundschule. Jüngere Kinder besuchen einen Regelkindergarten.

Habt ihr einen Spielplatz?

Natürlich! Willst du ihn dir mal angucken?

Ja klar! Jetzt weiß ich genug über die Sprachtherapie im Spracheil-Kindergarten. Danke!

Gerne. Tschüss „Wilde Hilde“!

Die „Wilde Hilde“ wurde von Kindern des Sprachheil-Kindergartens (Bären-Gruppe) mitgestaltet.

Leitung Sprachheil-Kindergarten St. Hildegard

Bärbel Wille
Tel.: 05 51 / 9 99 59-10
E-Mail: wille@caritas-suedniedersachsen.de

Kontakt Sprachheil-Kindergarten St. Hildegard

Caritas-Centrum Göttingen
Sprachheil-Kindergarten St. Hildegard
Godehardstraße 18-20
37081 Göttingen

Tel.: 05 51 / 9 99 59-18 
E-Mail: sprachheilkindergarten@caritas-suedniedersachsen.de 

Web: www.sprachheil-kiga-goe.de

Kontakt Sprachberatung

Caritas-Centrum Göttingen
Offene Sprachberatung
Godehardstraße 18-20
37081 Göttingen

Tel.: 05 51 / 9 99 59-49 (montags von 15 bis 16 Uhr)
E-Mail: sprachtherapie@caritas-suedniedersachsen.de

Web: www.caritas-suedniedersachsen.de/sprachberatung